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Zahnmedizin in der Corona-Krise

ExpertenTipp:

„Es liegt in der Natur von Epidemien, dass der Erkenntnisgewinn gerade am Anfang als hochdynamischer Prozess abläuft, der permanenten Veränderungen unterliegt. Forschung findet überall auf der Welt zeitgleich statt, die Konsolidierung der Ergebnisse im Abgleich mit den gemachten Erfahrungen macht erst evidentes Handeln möglich. Politik wie auch Wissenschaft müssen daher ständig Erkenntnis und Handeln neu justieren.“

Prof. Dr. Christoph Benz
Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie
Ludwig-Maximilian-Universität München

Es liegt in der Natur von Epidemien, dass der Erkenntnisgewinn gerade am Anfang als hochdynamischer Prozess abläuft, der permanenten Veränderungen unterliegt. Forschung findet überall auf der Welt zeitgleich statt, die Konsolidierung der Ergebnisse im Abgleich mit den gemachten Erfahrungen macht erst evidentes Handeln möglich. Politik wie auch Wissenschaft müssen daher ständig Erkenntnis und Handeln neu justieren. Gerade die praktische Zahnmedizin ist im Zuge der Corona-Krise davon in einem kaum vorhersehbareren Maß betroffen. Zeit für eine Analyse.

Der permanente Corona-Fokus der Medien trifft auf die naheliegende Furcht vor einer Erkrankung in der Bevölkerung und verstärkt die Angst vor einer Infektion. Im Ergebnis führt dies zu einer nachvollziehbaren, aber dennoch sehr subjektiven Sichtweise des Einzelnen: „Ich darf mich nicht infizieren.“ Die Gesamtgesellschaft hat ein anderes Ziel: Für die Herdenimmunisierung müssen sich im bisherigen Verständnis viele infizieren, aber nicht so viele zugleich, dass unser Gesundheitssystem überfordert wäre. Wenn besonderer Schutz notwendig ist, dann für Risikogruppen. Dabei erkennen wir aber jetzt schon, dass dieser Schutz eine Isolation bedeutet, deren psychische Folgen wir wohl nicht lange aushalten werden.

Welche Merkmale sollte nun ein Beruf wie die Zahnmedizin erfüllen, um den gesellschaftlichen Corona-Zielen gerecht zu werden? Zwei Merkmale wären dies wohl:

  1. Die Infektionszahlen im Beruf und bei den Patienten sollten nicht höher liegen als im politisch angestrebten Bevölkerungsdurchschnitt. Aktuell vielleicht sogar mit dem Ziel eines „Containment“, das heißt einer Reproduktionsrate kleiner als eins.
  2. Ein besonderer Schutz für das Team und für die Patienten mit besonderem Risiko muss möglich sein.

Wie schlägt sich die Zahnmedizin im Licht des aktuellen Kenntnisstands angesichts dieser beiden Merkmale?

Ende Teil 1  – Teil 2 wird am 8.10. veröffentlicht 

Autor: Prof. Dr. Christoph Benz
Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie
Ludwig-Maximilian-Universität München

Quelle https://www.zm-online.de/archiv/2020/09/politik/zahnmedizin-in-der-corona-krise/
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